Oswald Unzenbacher

 

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Islamismus diskutabel

Wo Islamisten das Sagen hatten ging es immer zuerst einmal der Kulturindustrie an den Kragen. Kommerzmusik und cineastischer Schund werden verboten. Was, wenn nicht das, wäre wünschenswert? Als nächstes werden freizügige Umgangsformen unterbunden, was angesichts von unzähligen AIDS-Infizierungen in Schwarzafrika nur vernünftig ist. Des Weiteren werden Prostitution, Drogen- und Alkoholkonsum, Tierkämpfe und anderweitige Widerlichkeiten strengstens untersagt.

Unter afrikanischen Verhältnissen – wohlgemerkt nur unter diesen – scheint mir der Islamismus als Nachvollzug einer notwendig gebotenen sozialen Disziplinierung jedenfalls diskutabel zu sein. Jeder höheren Entwicklung geht ein Prozess sozialer Disziplinierung voraus. Das war auch bei uns in Europa nicht viel anders. Wer es nicht glaubt, soll sich ein wenig mit Sozialgeschichte befassen. In manchen Ortschaften vorfindliche Arbeitshäuser erzählen von dieser schmerzhaften Periode im Zivilisationsprozess.

Lieber wäre es mir freilich, die in Afrika noch nachzuholende Disziplinierung sozialer Energien könnte ohne islamistische Despotie vonstatten gehen.
30.12.06 17:20


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Ich feiere NICHT!

Beschämend mit welch unterwürfiger Bereitwilligkeit sich das Christentum den heidnischen Bedürfnissen einer bestenfalls rudimentär missionierten europäischen Bevölkerung anbiedert. Gibt es doch nicht den geringsten Anlass ausgerechnet für den Winterbeginn die Geburt Jesu Christi anzunehmen und für die hierfür angesetzten Festivitäten einen Tanz um heidnische Symbole aufzuführen. Der Christbaum, im Vatikan sollen dutzende dieser Götzenartefakte aufgestellt sein, hat mit christlicher Symbolik rein gar nichts auf sich, ist sohin bloße Liebdienerei an heidnische Riten, das einem dabei schlecht werden könnte. Das Weihnachtsfest als christliches Fest zu verkennen, heißt einen Verrat an christlicher Reinheit begehen, weshalb ich von Herzen dagegen bin. Wer jedoch vermeint, vor dem Baumkadaver stehend ein Gebet sprechen zu müssen, wer den Herren in die Unart mit einbezieht, volkstümlichen Grippenspielen frönt, der hat sich bereits gegen das Allerheiligstes versündigt. Und passt solcherart zu einer Kirche der Sündhaftigkeiten, die mir, der ich der Wahrheit gehorche, nicht mehr Heim und Heimat ist.

Weihnachten ist die große Beleidigung der Christenheit und, insoweit sie bei dem peinlichen Theater mitspielt, deren Bankrotterklärung.
24.12.06 15:48


Das griechische Wunder im Lichte zölibatärer Tugend

Die alten Griechen waren das erste historische Volk ohne machtpolitisch institutionalisierte Religion. Und zwar in dem Sinne, dass sie keine herrschende (über religiöse Standards wachende) und sich selbst fortpflanzende, also vermöge eines korrumpierenden Interesses ihrer fleischlichen Inzucht waltenden Priesterkaste hatten. Statt weihevoll gewandeten Theologen lauschte der Grieche Geschichtenerzählern, wie es Homer einer war. Vor Magiern beugte sich der Grieche nicht. Er gewahrte nur deren orakelnde Worte, denen es nicht zu gehorchen, sondern welche es zu deuten galt. Und der Held handelte dann wider die Auslegung, wenn ihm danach zumute war. Priester und Priesterinnen konnten sich keiner außerordentlichen Wirkmacht über das Tun und Lassen der Menschen glücklich schätzen. Zwar hatte man Götter, doch diese waren keine Respektpersonen, weil lasterhafter und launischer als jeder Erdenmensch. Religiöse Kulte, soweit vorhanden, waren mangels einer tonangebenden Priesterkaste höchst weltlich. Zum Beispiel der rauschhaft sinnenfrohe Dionysioskult. Ausnahmen von dieser Regel – Orphistik – bestätigten auch nur die Regel. Vom Mythos zum Logos – Philosophie – war es nur ein kleiner Schritt und mit der Philosophie begann der europäische Sonderweg, der Europa zur globalen Vormacht werden ließ.

Wenn heute eine außereuropäische Nation erfolgreich ist, dann deshalb, weil sie – wie in Japan – die europäische Lebensart kopiert. Wenn anderswo aber Hochkulturen mächtige Priesterkasten hervorbrachten, und die Betonung liegt auf Kaste, so bedeutete dies Stagnation und Niedergang. Man verschwendete seine Energien, im alten Ägypten für einen aufwendigen Totenkult (Pyramiden), bei den Azteken für einen dem Sonnengott dargebrachten aberwitzigen Opferkult. Europa verdankt seinen (oft zu Faulheit und Übersättigung führenden) Wohlstand und seine (oft missbräuchlich ausgenützten) demokratischen Freiheiten den alten Griechen, die ein rein mystisches Sehnen durch eine ebenso kühne wie kühle Rationalität ersetzten. Dieses rein weltliche Prinzip wurde in späterer Zeit mit einer an Vernunftkriterien orientierten und deswegen einer intelligenten Aufgeklärtheit verpflichteten römischkatholischen Christenheit – Scholastik – in Einklang gebracht, deren klerikale Gelehrte und Funktionäre sich ob des zur züchtigen Askese nötigenden Zölibats niemals als Kaste verstanden, noch als solche sich jemals setzen konnten. Denn Erlöschende sind sie, als eine Spezie ohne biologischen Fortbestand. Jede Renaissance einer außerhalb der europäischen Kulturlinie stehenden und wider den christlichabendländischen Geist eifernden Religiosität muss deswegen mit Argwohn betrachtet sein. Erkenntlich daran, dass ihre Autoritäten nicht Erlöschende sind.
23.12.06 17:42


Schleift die Weihnachtsmärkte!

Schleift die Weihnachtsmärkte, denn sie sind des Teufels! Diese üblen Warenmärkte mit nichts als Schund und Tand im Angebot missbrauchen eine sentimentale Gestimmtheit der Massenmenschen, die an und für sich bereits auf das Erbarmungswürdigste materialistisch geneigt ist. Mit religiöser Andacht und Besinnung zur Adventzeit hat dieses Treiben nichts im Sinn. Grausamer aber noch, als der widerliche Tanz um das Goldene Kalb ist der heidnische Brauch, sich einen Baumkadaver ins Zimmer zu stellen und davor in frevelhafter Manier völlig entkernte Gebetsriten aufzuführen. Und jetzt, ach bin ich Einsamer unbehaust!, Schimpf und Schande den Herren der Kirchen, wo dem ebengleichen Heidenkult gefrönt wird. Ist schon die barocke Ausstattung vieler Kirchen ein Ärgernis, so treibt, zur Weihnachtszeit, der Klerus seine Koketterie mit der Schaulust des Pöbels dermaßen weit, dass es ihm nicht missfällt, in Wort und Tat zum Verräter der einen unabänderlichen Wahrheit zu werden. Man ist, aus Buhlerei, leidenschaftlich zur Untreue geneigt. Ganz so, wie einst vor tausend Jahren, als man meinte, mit volkstümlichen Ketzerbewegungen um die tiefsten Empfindungen eines nicht im Ansatz missionierten barbarischen Volks zu konkurrieren, was vereinzelte Missglückungen zur Folge hatte, worüber sich Lästermäuler heut’, jegliche historische Wahrheit verdrehend und biegend, die Zung’ krumm keifen.

O du meine schaurige Kirche, lass dir sagen: sei nicht lieb noch nett, mach nicht froh und verheiße nichts, als die bittere Süße einer grauen Wahrheit, die heller strahlt als das Licht von tausend Sonnen.
22.12.06 22:58


konfessionslos

In diesen Tagen habe ich meiner Kirche den Rücken gekehrt. Ich bin ausgetreten. Sie, die Pfaffen, die immer nur gut und gefällig sein möchten, die jede Sünde tolerieren und mit heiterer Gestimmtheit eifriger als jeder Funktionär der multikulturellen Glaubensgemeinschaft an den tragenden Säulen des Abendlandes sägen, sie können mir kein Gefühl geistlicher Heimat bieten. Die römisch katholische Kirche hat sich gewandelt, von einem Träger abendländischer Kultur zu deren Subversion.

In Zeiten des Verfalls ist des wahren Christen Bekenntnis die Konfessionslosigkeit. Das Abendland geht unter, doch seine letzten Getreuen stehen bis zur Selbstpeinigung getreu an der Seite ihrer sterbenden Zivilisation.
22.12.06 19:23


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